KI-Bots in der Kundenkommunikation – DSGVO-konform und souverän
Blogbeitrag von Dr. Jürgen Knöbel
KI-Bots bieten großes Potenzial für eine effiziente und moderne Kundenkommunikation. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und auch für öffentliche Stellen liegt darin eine erhebliche Entlastung von Service- und Verwaltungsprozessen. Gleichzeitig birgt der unkritische Einsatz gängiger KI-Dienste erhebliche datenschutzrechtliche Risiken – insbesondere bei der Nutzung kostenloser oder kommerzieller Standardlösungen internationaler Anbieter.
1. Verborgene Risiken gängiger KI-Dienste
Viele bekannte KI-Anbieter betreiben ihre Modelle außerhalb der EU oder greifen auf globale Cloud-Infrastrukturen zurück. Selbst wenn europäische Rechenzentren angegeben werden, ist ein Datentransfer in Drittländer – insbesondere in die USA – häufig nicht auszuschließen. Für KMU und Behörden kann dies zu Rechtsunsicherheit, Kontrollverlust und erhöhtem Haftungsrisiko führen.
2. Personenbezogene Daten im Fokus
KI-Bots verarbeiten regelmäßig personenbezogene Daten: Namen, Kontaktdaten, Vertragsinformationen oder Inhalte aus Bürger- und Kundenanfragen. Sobald solche Daten in externe KI-Systeme eingespeist werden, besteht die Gefahr, dass sie zu Analyse- oder Trainingszwecken weiterverwendet werden – oft ohne ausreichende Transparenz oder Einflussmöglichkeit.
3. DSGVO-Anforderungen konsequent umsetzen
Der DSGVO-konforme Einsatz von KI-Bots setzt klare Zweckbindung, Datenminimierung und Transparenz voraus. Nutzer müssen wissen, dass sie mit einem Bot kommunizieren, wie ihre Daten verarbeitet werden und wer dafür verantwortlich ist. Vollautomatisierte Lösungen ohne Kontrolle oder Dokumentation sind insbesondere für Behörden kritisch.
4. Geprüfte KI-Modelle ohne Drittlandtransfer
Eine datenschutzrechtlich sichere Alternative besteht darin, KI-Bots ausschließlich über qualifizierte IT-Unternehmen zu betreiben, die geprüfte KI-Modelle in Deutschland oder der Schweiz auf eigenen Servern hosten. In solchen Architekturen findet kein Datentransfer an externe Anbieter und keine Übermittlung in Drittländer statt. Die Daten bleiben vollständig unter der Kontrolle des Auftraggebers – ein entscheidender Vorteil für KMU und öffentliche Einrichtungen.
5. Sicherheit und Verantwortung
Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen ist eine menschliche Kontrollinstanz unerlässlich. KI-Bots sollten unterstützen, nicht ersetzen – insbesondere bei rechtlich oder inhaltlich sensiblen Vorgängen.
Fazit
Kostenlose oder kommerzielle Standard-KI-Dienste sind für professionelle Kundenkommunikation oft ungeeignet. KMU und Behörden sollten auf geprüfte, lokal betriebene KI-Lösungen setzen. Nur so lassen sich Effizienzgewinne mit Datenschutz, Rechtssicherheit und digitaler Souveränität vereinen.
Haben Sie Fragen zur Verwendung von KI-Bots oder haben Sie allgemeine Fragen zum Datenschutz?
Regio Datenschutz – Ihr Ansprechpartner in der Regio, Lörrach, Freiburg, Basel und Umgebung.
Kontaktieren Sie uns – wir unterstützen Sie dabei, Ihre Daten zu schützen oder ihr Unternehmen oder ihre Behörde zukunftssicher zu machen:







